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WindMedia - Kommunikation für erneuerbare Energien

Bund-Länder-Kompromiss beim Ausschreibungsmodell: Weniger Anlagen dort, wo der Wind bläst

In einer nächtelangen Sitzung haben Bundesregierung und Bundesländer einen Kompromiss bei der EEG-Novelle erzielt: Bei der Windenergie bleibt es beim von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) vorgelegten Ausschreibungsmodell. Anstelle der jetzigen Festpreisvergütung pro Kilowattstunde, die die Energiewende in Deutschland ermöglicht hat, müssen sich Windparkprojekte zukünftig mit einem individuellem Preisangebot bewerben. Gleichzeitig gibt es dabei eine Deckelung von maximal 2.800 neuen Megawatt Windenergie an Land pro Jahr (ursprünglich 2.500 MW). Bei bei der jetzigen 2,5- bis 3-MW-Anlagengeneration also rund tausend Windenergieanlagen jährlich.

Dafür wird die Republik wegen der Netzengpässe erstmals in eine Nord- und eine Süd-Zone eingeteilt: In Norddeutschland dürfen demnach nur noch rund 900 Megawatt per anno neu ans Netz gehen - also ausgerechnet dort, wo der Wind am meisten bläst und am billigsten zu produzieren ist. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat gleichwohl die Hoffnung, dass sein Bundesland seine Zubauraten von knapp 500 MW erhalten und  "weiter Deutschlands Windland Nummer 1" bleiben könne. "Die Bundesregierung würgt dagegen die Energiewende ab", heisst es dagegen in einer Erklärung der zehn grünen Energieminister in den Bundesländern. Beim Bund-Länder-Kompromiss kommt es ferner zu einer einmaligen Vergütungsabsenkung um 5 Prozent ab Juni 2017. Offshore visiert man eine Gesamtleistung von 15 Gigawatt bis 2030 an. Das würde jährlich zwei neue Windparks auf See mit jeweils knapp 400 MW ermöglichen. Von den drei großen Potenzialzonen - Ostsee, niedersächsische Nordsee, schleswig-holsteinische Nordsee - würde jedes Jahr immer mindestens eine leer ausgehen. Ob Offshore-Windenergie so ein Standbein für die marode deutsche Werftindustrie werden kann?

Nach über einem Jahr Unsicherheit um die EEG-Novelle fällt bei den Windverbänden der Protest gering aus. "Das gibt uns jetzt wenigstens einen Planungshorizont", sagt Hermann Albers, Präsident des Bundesverbandes Windenegrie. Eine ähnliche Position nimmt der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) ein. Wie bei allen Kompromissen gilt auch hier: Nicht alles Beschlossene ist energiepolitisch sinnvoll - insbesondere, die Windenergienutzung dort zu begrenzen, wo sie am wirtschaftlichsten ist. Aber es könnte oder kann ja alles immer noch schlimmer kommen. Gerungen wird in Berlin wohl noch um die Förderung der Biomasse. Gabriel möchte hier die Anlagen kaum noch subventionieren, CSU-Chef Horst Seehofer ist dagegen: Er setzt in Bayern eher auf Biomasse als auf Windenergie.

Größter Ostsee-Windpark nimmt Betrieb auf

Mit einer Leistung von 288 Megawatt hat der Windpark Baltic 2 im September seinen Betrieb aufgenommen. Es ist die bislang größte Windfarm in der Ostsee. Die 80 Windenergieanlagen vom Typ Siemens 3,6 MW-120 stehen rund 32 Kilometer nördlich von Regen im Wasser, im Dreiländereck zwischen Deutschland, Dänemark und Schweden. Ihre Fundamente bestehen aus 39 Monopiles und 41 Jackets-Fachwerkgründungen. bei einer Wassertiefe von 23 bis 44 Metern. Das insgesamt 1,4 Milliarden Projekt gehört dem Energieversorger EnBW. Der Windpark soll jährlich rund 1,2 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugen und damit den Bedarf von rund 340.000 Haushaltendecken.

Neues Ausschreibungsmodell: Ausgleich für den Süden?

Ein erstes "Eckpunkte-Papier" des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) für eine neue "Ausschreibungsvergütung" für neue Windparks ab 2017 liegt vor. Mit den bundesweiten Ausschreibungen und Gebotsabgaben soll das bisherige Festpreis-Vergütungssystem nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz abgeschafft werden. Der Projektentwickler juwi, der seit 2014 mehrheitlich dem Mannheimer Energieversorger MVV gehört, befürchtet, dass hier die weniger windstarken Standorte in Süddeutschland gänzlich aus der Windpark-Errichtung herausfallen. "Im Sinne eines fairen Wettbewerbes zwischen den Standorten im Norden und Süden Deutschlands muss das Referenzertragsmodell so angepasst werden, dass die Zuschlagswahrscheinlichkeit in Ausschreibungen nicht ausschließlich von der Windhöffigkeit abhängt, sondern vielmehr von der individuellen Projekteffizienz", sagt juwi-Vorstand und -Unternehmensmitbegründer Fred Jung. Der aktuelle Vorschlag aus dem BMWi verfolge zwar den richtigen Ansatz, berücksichtige aber erst Standorte ab einer "Windgüte" von 70 % des Referenzertrages.

Juwi schlägt hier ein zweistufiges Referenzertragsmodell vor, mit einer verkürzten Anfangsvergütung und Absenkung der Grundvergütung. Sollte ein "fair ausgestaltetes Referenzertragsmodell" zwischen Standorten im Norden und Süden Deutschlands unmöglich bleiben, müsse man über eine regionale Kontingentierung nnachdenkung, um den weiteren Windenergieausbau im Binnenland zu sichern. Bis zum Jahresende will das Bundeswirtschaftsministerium einen ersten Gesetzentwurf zum neuen Ausschreibungsmodell der Öffentlichkeit vorstellen.

Windenergie in Deutschland - leider zu erfolgreich?

Das Jahr 2014 war für die Windenergie in Deutschland in mehrfacher Hinsicht ein Rekordjahr: An Land wurden 1.766 Windenergieanlagen (WEA) mit einer Leistung von 4.750,26 Megawatt neu errichtet, so die aktuelle Erhebung der Deutschen WindGuard (www.windguard.de). Zieht man den Abbau von 5.44 Altanlagen (364,35 MW) ab, bleibt unterm Strich ein Plus von 4.385,91 MW. Zur Erinnerung: Das bisherige Rekordjahr ist über ein Jahrzehnt her: Das Jahr 2002 mit neuen 3.240 Megawatt - von dem man lange Zeit dachte, es bliebe einmalig in der Geschichte der Windkraftnutzung in Deutschland. Dieses Rekordjahr wurde nun also nochmals um über ein Drittel getoppt! Zählt man die 528,9 neuen Megawatt auf See hinzu, kommt man auf einen Zubau von knapp 5.000 Megawatt! Auch für nächstes Jahr könnte eine ähnliche Leistung drin sein.

Problem an der Sache: Leider zu erfolgreich! Denn die Bundesregierung möchte ab 2017 ein "Ausschreibungsmodell" statt der bisherigen Festpreisvergütung für Windkraft einführen. Ein Modell, von dem noch niemand weiß, wie es genau aussehen soll - und das in den Ländern, in denen es ausprobiert wurde (Großbritannien), gewaltig Schiffbruch erlitt. Aber die neuen Rekordjahre der Windenergie werden die Große Koalition in Berlin kaum gesprächiger machen - wird deren anvisierte "Deckelung" der Windenergie auf einen Bereich unter 3.000 Megawatt doch derzeit deutlich übertroffen. Auch wenn es sich bereits zum Teil um "Vorzieheffekte" vor dem nahenden Ausschreibungsmodell handelt. Andererseits: Wohl kaum ein Markt wurde in dem letzten Vierteljahrhundert so oft totgesagt wie der deutsche Windenergiemarkt. Also: Sag´ niemals nie...

Vier Jahre nach Fukushima: 2015 wird Deutschlands Jahr der Energiewende

Es wird absehbar Deutschlands Jahr der Energiewende, das neue Jahr 2015. Erstmals werden auf einen die erneuerbaren Energien hierzulande der stärkste Stromproduzent werden - noch vor Braunkohle, Atomkraft, Steinkohle und Gas. Und zwar für einen längeren Zeitraum, nicht nur an einzelnen Orkantagen, wenn der Wind besonders stark bläst. Grund für das Rekordjahr: Der schon jetzt absehbare hohe Zubau an neuen Windenergieanlagen an Land - und auf See. Letztes Jahr hat sich die Leistung der neu ans Netz angeschlossenen Offshore-Windenergieanlagen auf 1.049 Megawatt (MW) verdoppelt und damit erstmals die Gigagrenze überschritten. Weitere 1.218 MW sind bereits in Nord- und Ostsee errichtet, aber noch nicht am Netz. Das dürfte 2015 der Fall sein, insgesamt rechnet Norbert Giese, Vorsitzender des "Lenkungskreises Offshore-Windindustrie" sogar "mit zu 2.000 neuen Megawatt auf See" in 2015. Deutlich getoppt werden wird dies noch von den neuen Windenergieanlagen an Land: Hier sind deutlich über 3.000 neue Megawatt zu erwarten - ein weiteres Rekordjahr in Folge, wie es voraussichtlich schon 2014 war (die endültigen Aufstellungszahlen werden für Mitte Februar erwartet).

Prokon-Pleite: 75.000 Anleger verlieren viel Geld / Gläubigerversammlung tagt am 22. Juli

Es ist, zumindest nach der Zahl der Betroffenen, die viertgrößte Insolvenz in der Geschichte der Bundersrepublik Deutschland, sagt Insolvenzverwalter Dietmar Prenzlin: 75.000 Anleger haben rund 1,44 Milliarden in Genussrechte bei Prokon investiert. Diesen Forderungen steht als Vermögen "nur" eine Milliarde gegenüber - aus diesem Grund hat das Amtsgericht nun am 1. Mai das Insolvenzverfahren über die Prokon Regenerative Energien GmbH eröffnet. Nach vorläufiger Einschätzung können die Anleger nur mit einer Insolvenzquote zwischen 30 und 60 Prozent rechnen. Prokon-Gründer und Geschäftsführer Carsten Rodbertus sowie Vertriebsleiter Rüdiger Gronau wurde vom Insolvenzverwalter wegen "arbeitsrechtlicher Verstöße" fristlos gekündigt. Der Insolvenzverwalter möchte Unternehmensbestandteile verkaufen und das Kerngeschäft von Windpark-Projektierung und -Betrieb weiter erhalten. Im Geschäftsjahr 2013 sei ein Verlust von rund 478 Millionen € zu verzeichnen.

Am 22. Juli sollen die Gläubiger auf einer nicht-öffentlichen Versammlung in Hamburg dem Insolvenzplan zustimmen. Damit können sie entweder einen Restwert ihrer Anleihen, Darlehen und Genussrechte zurückerhalten - oder eine an der Börse handelbare Anleihe erhalten. Parallel zu geschädigten Anlegern haben sich auch "Freunde von Prokon" in einem Verein gegründet, die nicht der Geschäftsführung die Schuld an der Unternehmenspleite geben. Sie wollen auf der Versammlung als Block auftreten und sich ebenfalls von Rechtsanwälten und Wirtschaftsexperten beraten lassen.

Alpha ventus: Erste Terrawattstunde Offshore-Strom ist erzeugt / "Offshore ist noch keine Routine"

Deutschlands erster Offshore-Windpark alpha ventus hat im Februar erstmals den Energieertrag von einer Terrawattstunde überschritten - und damit mehr als eine Milliarde Kilowattstunde Windstrom erzeugt. Die zwölf Turbinen (6x Areva/5MW, 6x REpower/5MW - inzwischen zu Senvion umfirmiert) nordwestlich von Borkum speisen seit August 2009 Strom ein und befinden sich seit April 2010 im Regelbetrieb. Waren die ersten beiden Betriebsjahre noch von einem Plus über zehn Prozent über den prognostizierten Ertrag gekennzeichnet, unterschritt alpha ventus im Jahr 2013 bei "nur" 224,6 Gigawattstunden den kalkulierten Jahresertrag um rund 3,3 Prozent. Als Gründe gibt die Betreibergesellschaft Doti (Deutsche Offshore-Testfeld und Infrastruktur GmbH & Co KG) "technisch bedingte Stillstände einzelner Anlagen" und die windschwachen Monate Februar, April, Mai und Juli 2013 an. "Offshore ist noch keine Routine", sagt Doti-Geschäftsführer Wilfried Hube. In der Doti-Betreibergesellschaft haben sich die Energieversorger EWE, E.on und Vattenfall zusammengeschlossen, die inzwischen jeweils eigene, weitere Windparks in der deutschen Nordsee verwirklicht haben: EWE betreibt seit Juli letzten Jahres den Offshore-Windpark Riffgat bei Borkum mit 108 Megawatt, E.on zeichnet für die Windfarm "Amrumbank West" (288 MW) nördlich von Helgoland in der Deutschen Bucht verantwortlich und Vattenfall installiert derzeit die Turbinen für das Projekt "Dan Tysk" mit ebenfalls 288 MW westlich von Sylt. Bei diesen drei Windparks der deutschen Energieversorger kommt ausschließlich die 3,6-MW-Maschine von Siemens zum Einsatz.

Was lange währt, wird endlich Windmesse. Hamburg und Husum demonstrieren Einigkeit.

Gut zwei Jahre dauerten die Auseinandersetzungen zwischen der Hamburger und der Husumer Messe über die Zukunft einer zentralen" Windenergiemesse für Deutschland und für Europa. Wir erinnern uns: 2012 waren aufgrund salomonischer Interventionen von Branchenverbänden wie dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) beide Messegesellschaften noch gemeinsamer Veranstalter der zweijährlich stattfindenden "Husum Windenergy" - eine Interimslösung, die 2014 auslief und bereits während der Husumer Messe 2012 zwischen den beiden Veranstaltern den Charme eines gefrorenen Kühlschrankes verbreitete. Gute Argumente hatten beide: Die Husumer mit ihrer seit 1991 "gut eingeführten" Messe mit Charme und reichlich Lokalkolorit - und die Hamburger mit ihrer internationalen Ausrichtung und einem entsprechendem Messegelände. Zumal die Hansestadt mit zahlreichen dort ansässigen Firmen, Herstellern und Projektierern inzwischen längst Windhauptstadt Europas geworden ist. Angesichts der Hamburger Ambitionen für ihre internationale WindEnergy 2014 weigerte sich zwischenzeitlich die Landesregierung Schleswig-Holsteins, den Hamburger Hafenschlick auf "ihrem" Land wie vereinbart zu lagern. Kurzum: Es gab reichlich wegzuräumen...

Nun haben beide Messegesellschaften vereinbart, dass die Husumer ihre Veranstaltung 2014 absagen und die WindEnergy vom 23. bis 26. September 2014 "konkurrenzlos" in Hamburg stattfindet. Als Ausgleich für die Absage erhält die Husum Messe und Congress eine Ausgleichszahlung von vier Millionen Euro und die Zusicherung, dass es ab 2015 eine "in den ungeraden Jahren stattfindende und gemeinsam ausgerichtete nationale Windmesse in Husum geben wird". Ob sich dies konkurrenzlos mit der bisherigen Kooperation der Husumer in der "Windallianz" mit der Hannover Messe/Leitmesse Wind vereinbaren lässt, die bislang ebenfalls in den ungeraden Jahren stattfindet, wird sich zeigen. Der Bundesverband Windenergie (BWE), bisher auf Seiten Husums positioniert, unterstützt nunmehr die getroffene Hamburg-Husumer Vereinbarung. Entscheidenden Anteil an der Konfliktbeilegung hatte Unternehmensverband Nord-Präsident Uli Wachholtz, dessen Beitrag vom Hamburger Wirtschaftssenator Frank Horch gelobt wurde: "Ich bin sicher, der Wirtschaftsstandort Norddeutschland wird damit als Kompetenzzentrum für Windenergie international noch stärker wahrgenommen." Wachholtz wiederum bedankte sich bei den Wirtschaftspolitikern beider Bundesländer für "die konstruktive Unterstützung und Begleitung der Gespräche". Dies könnte nach seinen Worten "Vorbild sein für eine engere Zusammenarbeit beider Bundesländer".

Dänemark vergibt neue Offshore-Tender über 1.450 Megawatt

Es ist wieder was los im Staate Dänemark: Das Königreich möchte bis zum Jahr 2020 die Hälfte seines Energieverbrauchs durch Windenergie decken - und vergibt neue Offshore-Kapazitäten über 1.450 Megawatt. Nach dem Motto "Wir sind erfahren, bereit und transparent", so die Vorstellung auf dem European Annual Event in Wien, sollen in der Nordsee die beiden bestehenden Windfarmen Hornsrev unweit von Esbjerg um einen dritten Offshore-Windpark über 400 MW erweitert werden. In der Ostsee soll "Kriegers Flak" - gleichnamig den geplanten schwedischen und deutschen Windparks auf See - eine Kapazität von 600 MW liefern. Der dritte Ausschreibungstender über 450 MW betrifft sechs Nearshore/Kleinstandorte auf See - vor Jütland in der Nordsee sowie in der Ostsee, unter anderem vor Bornholm - die zusammen ausgeschrieben werden. Die Ausschreibungen beginnen noch in diesem Jahr, Entscheidungen bis 2015 fallen und alle neuen Offshore-Windparks "nicht später als 2020" ans Netz gehen.

Europäische Windbranche trifft sich vom 4. bis 7. Februar in Wien

Die europäische Windenergie-Vereinigung EWEA läft zu ihrem "EWEA - Annual Event", diesmal in Wien. Der Focus wird vor allem am 5. und 6. Februar auf Osteuropa liegen, die Exkursionen führen  u.a. zu Österreichs leistungsstärkster Windenergieanlage, der Enercon E126 mit 126 Metern Rotordurchmesser.  Zum letzten EWEA-Event in Copenhagen kamen 10.600 Teilnehmer und rund 500 Aussteller - zumindest die Ausstellerzahlen dürften diesmal ebenfalls erreicht werden, erweist sich doch der europäische Windenergiemarkt geradezu als Hort der Stabilität im Vergleich zu den stark sinkenden US-Aufstellungszahlen und abgeschottetem chinesischen Markt. Mit rund 700 Mitgliedern aus 60 Ländern sieht sich die European Wind Energy Association, die bereits 1982 gegründet wurde, als weltweit größtes Windenergie-Netzwerk.

Vermittlung gescheitert: Hamburger und Husumer Windmesse gehen getrennte Wege - vorläufig

Es war absehbar und vorläufig ist es amtlich: Die Vermittlungsgespräche zwischen Husum und Hamburg unter Einschluss eines Mediators - des Unternehmensverbandes Nord - sind vorerst mal wieder gescheitert. Im September 2014 wird es demnach zu zwei konkurrierenden Windmessen in Deutschland kommen, beide mit dem Anspruch, zugleich eine "internationale Leitmesse" für die Branche zu sein. Der Husumer Kompromissvorschlag sah vor, dass die Ausstellung 2014 in Husum gemacht wird und eine gemeinsame Branchenbefragung beider Messegesellschaften "repräsentativ und unabhängig" klärt, was der Wunsch der Aussteller wäre. Die Festlegung auf Husum 2014 war wiederum für die Hamburg Messe und Congress GmbH (HMC) nicht akzeptabel. Die Hamburger wollten eine gemeinsame Diskussion mit einem erweiterten Kreis von Industrievertretern - was wiederum Husum ablehnte. "Die Vorschläge, die auf dem Tisch lagen, waren nicht im Sinne und im Interesse der Industrie", sagt der HMC-Vorsitzende der Geschäftsführung, Bernd Aufderheide. Es ginge hier nicht um die Auseinandersetzung zwischen zwei Messestandorten, sondern um eine "Richtungsentscheidung für die Zukunft einer Windleitmesse in Deutschland. Wesentliche Teile der Industrie sind sich bewußt, dass due Windenergie-Industrie ein neues Fachmesse-Konzept braucht, das langfristig die Entwicklungen der Branche abbilden kann". Hamburg sieht sich hier als Windmetropole Europas gut aufgestellt und will sich nun auf die Durchführung der Hamburg WindEnergy vom 23. bis 26. September 2014 konzentrieren, die in Verbindung mit der unmittelbar zuvor stattfindenden Schiffsbau-Weltleitmesse SMM steht und auch den Offshore-Windenergiebereich repräsentieren soll. Die Husumer dagegen sind überzeugt, mit ihren Kooperationspartnern - der Hannover Messe und dem Bundesverband Windenergie - ihrerseits die "ideale Lösung" anzubieten und verweisen darauf, dass für 2014 bereits die Hälfte ihrer Ausstellungsfläche ausgebucht sei. Doch die Wunden liegen tief: So lautet die Überschrift in einer von allerlei Tippfehlern geprägten Pressemitteilung der Husumer "Husum WundEnergy". Und die Hamburg Messe ließ letzte Woche in Husum unmittelbar vor deren Messestart plakatieren: "See you in Hamburg".

Wind und Sonne liefern erstmals über 30.000 MW - Konventionelle Kraftwerke auf Nachtstromniveau gedrückt

Am 14. September haben Windkraft- und Solaranlagen in Deutschland zusammen erstmals über 30.000 Megawatt (MW) Strom eingespeist und dabei den Bedarf konventioneller Kraftwerke (Atom, Kohle, Gas) auf ein Nachtstromniveau von etwa 40.000 MW gedrückt. Wind- und Solarenergie haben dabei ihre bisherige Höchstmarke vom 9. Juni 2012 um über 1.750 MW gesteigert. Zwar liegt die Gesamtleistung bisher in Deutschland installierter Windenergieanlagen zur Jahresmitte 2012 zwar bei rund 30.000 MW und die der der Solarstrom/Photovoltaikanlagen bei rund 8.000 MW, doch im Zusammenspiel haben beide erneuerbare Energien noch nie soviel Strom produziert. Die schwächste Nachfrage zwischen Flensburg und Garmisch-Patenkirchen liegt in der Nacht bundesweit bei rund 40.000 MW und morgens an, bis sie mittags ihr Maximum von derzeit rund 70.000 MW erreicht, sagt das Inernationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR, www.iwr.de) in Münster. Dieser Höchstbedarf wurde nunmehr deutschlandweit erstmals zu über 40 Prozent durch Wind- und Solarstrom gedeckt.

Europas Vize-Windmeister streckt die Flügel - kaum Ausbaupläne in Spanien für 2013

Dies war vor der Finanzkrise kaum absehbar: Lange Zeit galt Spaniens als Hauptausbaupotenzial der Windkraft in Europa - insbesondere wegen seines großen Flächenpotenzials auf unbesiedelten Hochebenen bis knapp 1.000 Meter Höhe und eines Küstenwindes vom Mittelmeer bis zum Atlantik. Jährlich rund 2.000 Megawatt neu installierte Leistung sagten die Analysten den Iberern voraus, was in der ersten Dekade dieses Jahrtausends auch nahezu eingehalten wurde. So stand Spanien noch vor zwei Jahren (2010) mit einer neuen Windleistung von 1.516 MW europaweit an erster Stelle, knapp vor Deutschland (1.493 MW) und Frankreich (1.086 MW). Auch 2008 war das Land am Ebro mit 1.739 neuen Megawatt führend in Europa - und nicht nur dort. Im Weltmarktvergleich lag der iberische Windenergieanlagenhersteller Gamesa mit gut 15 % Marktanteil zweitweise auf dem dritten Platz ein - vor Enercon, Siemens, der indischen Suzlon und den chinesischen Herstellern Goldwind und Sinovel. Heute hat Spanien Windenergieanlagen mit einer Leistung von rund 22.000 Megawatt am Netz - und ist damit eorpäischer "Vize-Windmeister" (hinter Deutschland) - weit vor Frankreich, Großbritannien und Italien mit jeweils rund 7.000 MW.

Ausgerechnet diesem immensen Potenzial droht nun der Garaus. Spaniens neue konservative Regierung hat angesichts der Finanzkrise seit Jahresbeginn alle Fördermaßnahmen für neue Projekte im Bereich erneuerbare Energien ausgesetzt und läßt alle Einspeisevergütungen zum Jahresende 2012 auslaufen. Mit der Folge, dass für das kommende Jahr 2013 derzeit fast keine Windparks mehr in Spanien geplant werden. Die Solarstrombranche bemüht sich, angesichts dieser Ereignisse in zwei, drei Jahren ihre Photovoltaikanlagen ohne staatliche Förderungen ans Netz zu bringen - zumal die Sonneneinstrahlung eine Produktion von über 2.000 Kilowattstunden pro Kilowatt Leistung ermöglicht, also mehr als doppelt so viel wie in Deutschland. Allerdings würden derzeit neue Solarparks wie konventionelle Kraftwerke behandelt werden: Mit Abschaltung vom Netz, wenn zuviel Strom produziert wird. Gleichzeitig müsste für eine "Solar-Rentabilität" der Strompreis von derzeit vier bis sechs pro Kilowattstunde in den nächsten Jahren auf acht bis neun Cent steigen, sagt Eduardo Collado, Präsident des spanischen Photovoltaikverbandes Asif. Der spanische Windbranchenverband AEE wiederum fordert von der Regierung für die Windenergie "eine letzte staatliche Anstrengung für eine Energieform, die es fast geschafft hat." Zumal auch der AEE davon ausgeht, in wenigen Jahren ohne staatliche Förderung auszukommen. Der nun beschlossene Ausbaustopp widerspricht zudem der Zusage gegenüber der EU-Kommission, bis zum Jahr 2020 in Spanien rund 35.000 MW Windleistung errichtet zu haben.

Auch Solarfirmen von der Ökostrom-Umlage befreit - Privatverbraucher bezahlen die Rabatte für energieintensive Industrie

Die Ökostromumlage für Stromproduktion  aus erneuerbaren Energien könnte von derzeit 3,6 auf 3 Cent pro Kilowattstunde sinken, wenn ihre Befreiung für stromintensive Firmen abgeschafft werden würde, sagt das Bundesnetzagentur. Derzeit erlässt der Staat mit dieser Ausnahmeregelung im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) den begünstigten Firmen Stromkosten von rund 2,5 Milliarden Euro jährlich - die dann auf die Privatverbraucher und die nicht-begünstigten Betriebe umgelegt wird. Begründet wird die Ausnahmeregelung mit der besonderen Konkurrenzsituation energieintensiver Firmen auf Auslandsmärkten. Doch längst nicht alle privilegierten Unternehmen zählen dazu: So erhalten örtliche Straßenbahnbetriebe, Getränkehersteller, Molkereibetriebe - und auch so manches "Grünstromunternehmen" diesen Rabatt, so etwa die börsennotierte Solarworld AG, Centrosolar Glas und der Bioethanol-Prodzent Verbio. Insgesamt 778 Firmen sind derzeit von der Ökostromumlage befreit. Für das Jahr 2013 haben bereits rund 2.000 Betriebe ihre Befreiung beantragt. Deren beantragte begünstigte Strommenge könnte, so die Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen im Bundestag, um 25 % auf dann 107.000 Gigawattstunden steigen. Wird diesen Anträgen unisono Folge geleistet, könnte der Preisrabatt nach unterschiedlichsten Berechnungen bis zu 4,3 Milliarden Euro umfassen und seine Verteilung auf die Endverbraucher die Ökostromumlage von 3,6 Cent auf rund fünf Cent pro Kilowattstunde ansteigen lassen.

Erneuerbare produzieren bereits mehr Strom als die restlichen Atomkraftwerke

Die regenerativen Energien in Deutschland erzeugen bereits mehr Strom als die restlichen, derzeit noch am Netz befindlichen neun Atomkraftwerke zwischen Weser und Isar. Nach der zwischenzeitlichen Sicherheitsabschaltung der acht ältesten Atommeiler verfügen die restlichen neun Kernkraftwerke über eine Gesamtleistung von knapp 12.700 Megawatt. Sie haben letztes Jahr rund 98 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt - und wurden dabei von den regenerativen Energien mit zusammen 102 Milliarden Kilowattstunden knapp übertroffen. Nicht berücksichtigt sind dabei die neuen Windkraft-, Biogas- und Photovoltaikanlagen, die in diesem Jahr errichtet werden. Der Umweltverband WWF und das Darmstädter Öko-Institut kommen zu dem Schluß, dass der Atomausstieg in Deutschland allerspätestens bis zum Jahr 2020 möglich sei, ohne die Versorgungssicherheit zu gefährden. Von den insgesamt 17 Atommeilern könnten demnach zehn sofort abgeschaltet werden, vier weitere Kernkraftwerke in den nächsten zwei Jahren und die verbliebenen drei Kernkraftwerke "im zweiten Drittel der Dekade".

Jetzt gibt´s den "Jahreskalender Windenergie"...

Zum nunmehr dritten Mal erscheint der „Jahreskalender Windenergie“, der im Taschenbuch-Format die wichtigsten Windenergie-Veranstaltungen des Jahres aufführt. Gleichzeitig dient der "Jahreskalender Windenergie" auch als umfangreichstes Nachschlagewerk für die Branche, weil er rund 900 Firmen- , Verbands- und Veranstalter-Einträge enthält. Der redaktionelle Teil behandelt die wichtigsten aktuellen Windmarkt-Entwicklungen in Deutschland, Europa und den USA. Ein persönliches Telefonverzeichnis nebst umfangreichem Firmenregister und Fachrubriken ergänzen das 204 Seiten starke Werk, das trotzdem in jede Hosen- oder Handtasche passt. Der "Jahreskalender Windenergie 2013" ist ab 18. September 2012 erhältlich.

...und er ist ein Gemeinschaftswerk
Herausgegeben wird der „Jahreskalender Windenergie“ als Gemeinschaftswerk von WindMedia, dem langjährigen Branchenjournalisten Björn Johnsen, und Windmesse, dem Branchenportal "All in wind". Beide geben den Kalender jedes Jahr im Herbst heraus.
Der Jahreskalender Windenergie 2013 ist ab 18. September 2012 auf dem Stand von Windmesse.de auf der HusumWindEnergy (18.-21. September, Halle 3 Stand 3G11) erhältlich. Er kann ferner zum Einzelverkaufspreis von 7.- €/Ex. + 3.- € Versandkosten schriftlich direkt bei Windmedia bestellt werden: Windmedia Johnsen, Querstr. 31, 30519 Hannover, Fax 0511/8443619, Mai: johnsen@windmedia.de.

Der nächste Jahreskalender Windenergie 2014 erscheint dann im Herbst 2013. Redaktions- und Anzeigenschluss für den Jahreskalender Windenergie 2014: 15. September 2013.